Wie gut so ein Urlaub tut. Tapetenwechsel, raus aus dem Alltag, neue Landschaft, ungewohnte Gerüche, anderes Essen… die Sinne werden mit Andersartigem verwöhnt. Das weckt die Wahrnehmung und ermöglicht einen neuen Blick auf die Welt. Ich gönne mir eine herbstliche Auszeit in den Rebbergen von Baden-Baden und geniesse das goldene Licht. Endlich habe ich Zeit und Musse, mich meinen anstehenden inneren Prozessen zu widmen.

Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse

Ein lange vergessener Konflikt hat sich zurückgemeldet. Ausgelöst durch den Satz „Sei Kriegerin, kämpfe für das Gute in der Welt“, den ich während einer Weiterbildung aufgeschnappt hatte, fühlte ich mich wieder in meine Kindheit zurückversetzt. In die Zeit, als meine Mutter mir Märchen erzählte und ich mich selten mit dem Schluss dieser Geschichten abfinden konnte. Mein zartes Lichtherz krampfte sich jedes Mal zusammen, wenn das sogenannt Gute über das sogenannt Bösen zu siegen hatte, um danach „… glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende“ weiterzuleben. Während das „Böse“, verkörpert durch eine wilde Hexe oder dunkle Königin, den qualvollen Feuertod sterben oder sich in glühenden Schuhen zu Tode tanzen musste.

„Aber warum müssen die den sterben?“, fragte ich dann immer mit zittriger Stimme. „Die haben doch verstanden, dass sie einen Fehler gemacht haben. Die können sich doch jetzt ändern. Es gibt bestimmt eine andere Lösung!!! Warum redet denn jetzt keiner mehr mit ihnen?“

Altes und neues Weltbild

Die pädagogische „Korrektness“, mit der meine Mutter mir geduldig erklärte, man müsse eben das Böse töten damit das Gute leben könne, schien mir so dermassen ungerecht und grausam, dass ich die Welt nicht mehr verstand. Wie konnte das Gute gut sein, wenn es nur mit Töten glücklich und zufrieden leben konnte – ich konnte das nicht. Hätte ich jemals töten müssen, wäre ich meines Lebens wohl nie wieder wirklich froh geworden… also eben, so entstand dieser tiefe Konflikt in meinem kindlichen Sein, den ich bis heute nicht wirklich lösen konnte!

Zu Besuch bei der Inneren Kriegerin

Doch wie schon gesagt, ein Spaziergang in neuer Umgebung, mit ungewohnten Gerüchen in der Nase und anderem Essen im Bauch, weckt die trägen Sinne und öffnet einen neuen Blick auf die Welt.

So entschliesse ich mich, diesem Konflikt auf den Grund zu gehen und meiner „Inneren Kriegerin“ einen Besuch abzustatten. Gibt es sie überhaupt? Ich bin neugierig geworden. Während ich durch die prachtvollen Reben schlendere, lasse mich in meine Innenwelt sinken und begebe mich auf die Suche.

Es dauert gar nicht lange, da sehe ich die Kriegerin auf einem Stein sitzen, den Blick versonnen in die Weite gerichtet. Obwohl sie mir den Rücken zuwendet, scheint sie genau zu wissen, dass ich da bin. Denn sie sagt mit ruhiger Stimme: „Ich kämpfe schon lange nicht mehr, schau.“

Sie deutet auf einen Baum, der etwas weiter rechts neben dem Felsen steht. „Hier habe ich vor langer Zeit mein Schwert in den Boden gerammt, um mich vom Kämpfen loszusagen. Und nun schau, was daraus gewachsen ist: dieser prächtige Baum.“

Andächtig stehe ich da und betrachte das Sonnenlicht, wie es durch die Baumkrone fällt und die Blätterpracht von innen heraus zum Leuchten bringt. Das grüngoldene Lichtspiel berührt sofort mein Herz und erweitert die Sinne in alle Richtungen meines Bewusstseins. Erkenntnis durchflutet mich und bringt die Erinnerung zurück, die jenseits von gut und böse, und somit auch jenseits der Dualität liegt.

Das Neue Dritte, jenseits von gut und böse

Tief berührt bleibe ich stehen – auch mit meinem physischen Körper in der äusseren Realität. Mein Spaziergang hat mich zum Aussichtspunkt mit dem grossen Holzkreuz geführt. Ich halte inne und geniesse den herrlichen Blick in die sonnendurchflutete Weite. Dann entdecke ich die kleine Metalltafel, die hinten am Kreuz angebracht ist. „Friedenskreuz“ steht da in grossen Lettern. Die Synchronizität treibt mir die Tränen in die Augen. Ja, meine innere Kriegerin hat ihren Frieden gefunden und so macht es Sinn, zeitgleich in der äusseren Welt an diesem Ort zu stehen.

Leise frage ich in mich hinein: “Und wer bist du jetzt, wenn du keine Kriegerin mehr bist?“ Da richtet sich die Frau zu ihrer vollen Grösse auf, steigt würdevoll vom Felsen herunter und stellt sich neben mich.

„Ich bin die Königin des Landes TRANSFORMATION und gewähre jedem Audienz. Dem Zweifel wie der Zuversicht, der Angst wie dem Lebensmut, dem Bösen wie dem Guten. Ich höre allen zu und lasse sie aussprechen, warum sie da sind. Dann zeige ich ihnen die Neue Zeit und beschenke sie mit Neuen Informationen und so entsteht das Neue Dritte, jenseits von gut und böse, das lichtvolle SEIN jenseits der Dualität.“

Die neue Zeit wird eingeläutet

Kaum hat sie diese Worte gesprochen, beginnen in der Aussenwelt die Glocken zu läuten. Tränen der Dankbarkeit kullern über meine Wangen. In vollem Bewusstsein erlebe die Transformation des alten kindlichen Schmerzes im Hier und Jetzt: innen wie aussen oben wie unten, im Lichtvollen SEIN und als Mensch auf der Erde. Ich stehe im goldenen Sonnenlicht unter dem blauen Herbsthimmel, während das Glockengeläut über die Landschaft streicht und die Neue Zeit einläutet.

Zum Schluss noch dies

2017 ist ein unglaublich intensives Jahr. Viele von uns sind durch solche tiefen Transformationsprozesse gegangen und haben ihr Leben komplett verändert. Jede/r in ihrer/seinen Themen und Baustellen… WOW – was haben wir nicht alles geschafft bis jetzt!!!

Ich finde, es ist jetzt an der Zeit, diese Transformation mit anderen zu feiern. In den verbleibenden zwei Monaten November und Dezember werde ich immer wieder Nachmittage anbieten, an denen wir zusammen kommen und die Ereignisse des Jahres 2017 Revue passieren lassen, uns Zeit nehmen, die Veränderungen bewusst wahrzunehmen, in Worte zu fassen, sie zu segnen, zu integrieren, Kraft daraus zu schöpfen und uns darauf zu „BeSinnen“.

Das erste Treffen findet am Samstag, den 4. November 2017 bei mir im Musikatelier Ramlinsburg statt. Von 14 – 17 Uhr, Ausgleich CHF 75.-, inkl. Kaffee/Tee und Kuchenbuffet.

Anmeldung: christina@sonnenbaum.ch oder 061 931 19 84
Weitere geplante Treffen: 18.11./ 9.12./ 23.12

Für alle, die zu weit weg wohnen und nicht live dabei sein können, gibt es eine Online-BeSinnen-Version, jeweils am Sonntagabend (ausser das letzte Mal) von 18 – 19 Uhr, Ausgleich 19 €,
Daten: 5.11./ 19.11./ 10.12./ 23.12.
Genaueres zum Buchen und Technisches, folgt im nächsten Newsletter.