Von der Freude am Auferstehen

Ostern 2017. Ich bin mitten in der Vorbereitung zum Auferstehungs-Seminar "Du bist Schöpfer deiner Wirklichkeit" am 17. resp. 22. April. Mehr dazu lies hier: TransfomationsSeminare2017
Immer wieder stelle ich erstaunt fest, dass die Menschen sich nur ungern in die Transformation hingeben. 

Die meisten verharren in Verweigerung, bis der Leidensdruck so gross ist, dass es keine andere Ausweichmöglichkeit mehr gibt. Dabei machen diese Prozesse doch so viel Spass!!! Ich möchte ein Loblied auf die Auferstehung singen. Ein Freudengesang auf den Entschluss, die Aufmerksamkeit auf das Licht am Ende des Tunnels zu richten, auf das was folgt, wenn wir uns dem Stirb-und Werde-Prozess freudig hingeben und die Wandlung im Innern liebevoll willkommen heissen.

Geht Entwicklung nur über das Leiden?

Der tiefe Glaube, dass sich nur durch Leiden und Schmerz, die Zugänge ins Licht öffnen, hat mich mein halbes Leben lang umgetrieben. Und natürlich habe ich diese Vorgänge durch die Opfer-Brille als sehr schmerzhaft und brutal erlebt. "Warum ich?", "Das ist so ungerecht!", "Wenn nur die andern anders wären!", "Keiner versteht mich", "Ich bin total alleine". Mit solchen Gedanken habe ich mir über viele Jahre die Freude am Auferstehen vermiest. Doch irgendwann haben sich die Fragen verändert und ich dachte. "Warum eigentlich so lange warten und leiden?", "Kann ich mich nicht auch freudvoll entwickeln?", "Muss sich wirklich immer erst der Schmerz bis ins Unerträgliche hinaufsteigen, bevor ich hinschaue und mich verändere?".

Die Antwort kam auf Schweizerdeutsch

Die Antwort war ein klares, deutliches, schweizerdeutsches, beinahe kicherndes "He nei!" und dahinter die Erkenntnis: "Denn das, was hinter dem dunklen Tal auf dich wartet, ist dermassen erfüllend und belebend, dass jeder Schritt, den du jetzt sofort machst, sich wirklich lohnt."  

Das Licht auf der dunklen Seite des Mondes

Seit dem bin ich gerne auf Wanderschaft und habe meine "Dark-side-of-the moon"-Landschaft kreuz und quer durchforstet. Unterdessen liebe ich es, durch Stirb-und-Werde-Prozesse hindurch zu gehen, mich ganz auf die Transformation einzulassen und bewusst die Veränderungen im Innern zu spüren. Was gibt es Schöneres, als nach getaner Arbeit diese Leichtigkeit zu fühlen? Der Blick auf die Dinge verändert sich komplett und lässt mich die Zusammenhänge mit grosser Klarheit verstehen. Tiefe "Freudenschaft" breitet sich aus und beschenkt mich mit nachhaltiger Dankbarkeit! So bin ich schon nach wenigen Selbstwerdungs-Erfahrungen eine Transformationsliebhaberin geworden, eine Phönix-aus-der-Asche-Umarmerin, eine Willkommenheisserin der inneren Wandlung – oder ums mit der wunderbaren Wortschöpfung von Lena und Camilo auf den Punkt zu bringen – ein echter Prozess-Fan. Und damit möchte ich dich anstecken.

There is no darkness but only ignorance

hat Grossmeister Sir William Shakespeare vor über 500 Jahren so treffend formuliert. Wow, die Dunkelheit gibt es also nicht, bloss „Ignoranz“, was im Englischen so viel wie Unwissenheit, Unkenntnis oder Beschränktheit bedeutet. Im Umkehrschluss heisst das dann ja, dass die Dunkelheit verschwindet, sobald Wissen und Bewusstsein in die Dinge hineinkommt und sich den Schattentälern umgehend die Sonne aufgeht.

Den Schmerz liebevoll an der Schulter berühren

So unglaublich dies für Ungeübte klingen mag, genau so erlebe ich es! Bei mir selber, wie auch in meiner Arbeit mit Hochsensiblen. Sobald das diffuse Schmerzvolle, das im Tiefen ungesehen und ungehört vor sich dämmert, liebevoll angesprochen und an der Schulter berührt wird, kommt Bewegung in die Dunkelheit und die Lichtkraft beginnt zu wachsen. Es riecht der Satz: „Ich sehe dich, ich weiss dass du da bist und ich wende mich dir jetzt liebevoll zu“ und der zu Eis erstarrte Schmerz kann schmelzen. Erstaunlicherweise entpuppt er sich dann sogar meistens als verlorengegangener Seelenanteil, der sich nichts sehnlicher wünscht, als wieder in die Gesamtheit heimzukehren und die ausgestreckte Hand dankbar annimmt. Im weitesten Sinn sind also die Dämonen, vor denen wir uns so fürchten, lediglich ignorierte, unverstandene Wesenszüge, die mit einer einzigen Umarmung freudig erlöst werden.

Es werde Licht

Das, wogegen wir uns mit aller Kraft gewehrt haben, sind in Wahrheit nur „wir selber in unbewusster Form“. Wenn du dich also gerade auf der Wanderung durch ein finsteres Tal befindest und die Lebenskraft beinahe verbraucht ist, dann gib nach. Bleib sofort stehen, wirf den Rucksack ab, öffne die Arme und heisse das, was dir Angst macht willkommen. Umarme deinen Schmerz und lass ihn aus dem Dunklen ans Licht treten. Es ist wirklich erstaunlich, wer da plötzlich vor dir steht!

Ach ja und zum Schluss noch dies

Hier ist das Märchen, welches ich vor langer Zeit geschrieben habe, als ich gerade im Schattental vor einer Weggabelung stand und nicht wusste, welchen Weg ich wählen sollte: weiterhin mein Wahres Ich verleugnen - oder die Wahrheit sagen. Offen über meine Hochsensibilität und meine angeborene Hellsichtigkeit sprechen, war für mich damals noch eine totale Herausforderung! Ich habe mich für zweiteres entschieden, mit dem Risiko, für meine Begabung ausgelacht, nicht ernst genommen, verurteilt, ausgeschlossen, als Esotante abgestempelt oder für geisteskrank erklärt zu werden. Und so hoffe ich, dir mit diesem Märchen Mut zu machen, deine ganz persönliche Osterauferstehung zu feiern!

Das Geheimnis der Löwen

Es gibt einen heiligen Ort, wo alle Wünsche in Erfüllung gehen.

Wer ihn findet, braucht sich nur in die Mitte zu stellen, die Hand aufs Herz zu legen
und leise den Wunsch auszusprechen – schon ist er wahr.

Wer von dort zurückkehrt, ist tief verändert.
Mit klarem Blick sieht er die Welt und ist frei von jeglicher Angst und Furcht.

Diesen Ort zu finden ist schwierig.
Denn er liegt tief verborgen mitten in einem geheimen Wald, umhüllt von Dornen und Gestrüpp.

Den Ort zu betreten aber, ist noch tausend Mal schwieriger, denn eine hohe Mauer umschliesst ihn, unüberwindbar für Mensch und Tier.

Das einzige Tor, welches Einlass gewährt, wird von zwei Löwen bewacht.
Mächtig, wild und hungrig sitzen sie da, mit geschlossenen Augen und wachen Ohren.
Wer sich duckt und an ihnen vorbei schleicht, ist des Todes. Niemand entkommt ihren scharfen Krallen. Auch wer sich umdreht und davon rennt, stirbt. Niemand entkommt ihren schnellen Pranken.

Wer jedoch gelassen auf sie zugeht und ihnen direkt in die Augen schaut, wird ein wahres Wunder erleben. Der einzige Weg, sie zu besiegen, ist der direkte Blick. Denn nur wer ihnen offen ins Gesicht schaut und entschlossenen Schrittes auf sie zugeht, den lassen die Löwen ein.

Sie beugen ihr Haupt und geben den Weg frei.

Christina Wiesner Sonnenbaum